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Die neue Mobilität für Daten

Serverbasierte Harmonisierung des Dokumentationsprozesses

Wie bekommen Planungsabteilungen die großen Datenmengen, die die Engineering-Projekten anfallen, in den Griff? Wie wird sichergestellt, dass jeder seine Informationen zum richtigen Zeitpunkt erhält? Eine mobile Lösung, die auf einen Dokumentenserver zugreift, bietet Zugang zu den relevanten Daten zu jeder Zeit.

Das Collaboration Engineering und die Zusammenarbeit in virtuellen Projektteams werden zukünftig die bestimmende Arbeitsweise im Anlagenbau sein. Die globale Zusammenarbeit ermöglicht Unternehmen, flexibler auf Projektanforderungen und auf den Fachkräftemangel aufgrund des demographischen Wandels zu reagieren. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen eröffnen sich dadurch Chancen, indem sie ihr Produktportfolio und ihr Leistungsangebot komplettieren und neu ausrichten können.

Digitale Transformation

Die Digitale Transformation ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Kommunikation und hilft dabei, das Potenzial aller Projektpartner optimal zu nutzen. Grundlage dafür sind ein gemeinsames Begriffssystem, eine klare Abgrenzung der Verantwortlichkeiten sowie eine genaue Definition von Schnittstellen. Eine große Herausforderung innerhalb eines Engineering Projektes ist die Bewältigung riesiger Datenmengen. Die Informationen liegen in Form von strukturierten Daten in Datenbanken oder unstrukturierten Daten wie Textdateien, Zeichnungen oder Bilder vor. Die Herausforderung besteht darin, die Projektpartner mit den für sie relevanten Informationen zu Änderungen und aktuellen Dokumenten zu versorgen. Bisher wurden die Änderungen in nachgelagerten Dokumenten manuell vorgenommen. Um Kontinuität in der Informationsbereitstellung für Engineering Teams zu gewährleisten, ist die Automatisierung dieser Prozesse Grundvoraussetzung.

Automatisierter Prozess

Für einen automatisierten Prozess der Datenbereitstellung müssen die Daten und Anwendungen orchestriert werden. Aufgabe dieses Prozesses ist es, Daten aus unterschiedlichen Quellen zu lesen und für verschiedene Zielgruppen und Anwendungen wie Web, mobile Apps oder Dokumente aufzubereiten. Für die automatisierte Datenbereitstellung aus unterschiedlichen Datenquellen und Formaten dienen Serverprozesse als Komponenten, um die Daten kontinuierlich aus Systemen wie CAE- und CAD-Software, ERP oder anderen externen Datenquellen abzurufen und strukturiert bereitzustellen.

Praxisbeispiel

Lackierstraße von Dürr Systems, Weltmarktführer für Lackierstraßen

Der Anlagenbauer Dürr Systems, weltweit führender Hersteller von Lackierstraßen, treibt die Innovation im Bereich Global Engineering stetig voran, um den Kunden neue Dienstleistungen und Produkte anzubieten. Bisher verlangten Anlagenbetreiber eine Anlagendokumentation in Papierform oder PDF. Mit dem Projekt Eco Docu von Dürr wird dem Kunden ein modernes Softwarewerkzeug für den Zugang zu den Anlagendaten für mobile Geräte zur Verfügung gestellt. Grundlage für die Eco Docu ist die Bereitstellung und Aufbereitung aller Engineeringdaten für die mobile Anwendung. Dazu gehört die Konvertierung aller Konstruktionszeichnungen und Verfahrensschemata. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit liefert das Berliner Softwareunternehmen X-Visual Technologies eine Serverkomponente, die Verfahrensschemata in plattformunabhängige Grafikformate umwandelt und mit den Komponentendaten exportiert. Für die Grafikdateien werden so genannte Hotspots berechnet, die als aktive Flächen definiert sind und die Navigation innerhalb der Anlage und die eindeutige Zuordnung der Anlagenkomponenten mit ihren Daten ermöglicht. X-Visual synchronisiert das Fließbild mit den Komponentendaten aus SAP. Herstellerinformationen aus SAP und Inbetriebnahmeinformationen werden aus dem Fließbild übermittelt. Es ist geplant, dass über den Ersatzteilkatalog direkt Ersatzteile per Mausklick beschafft werden können. Zudem kann der Anwender alle Einstellwerte der Anlage oder die Betriebsanleitung einsehen. Durch das Scannen des QRCodes einer Komponente hat der Anwender Zugriff auf alle relevanten Informationen und Dokumente. Der Serviceingenieur musste für das Einsehen von Informationen bisher ins Büro. Mit einer mobilen Lösung kann der Mitarbeiter direkt in der Anlage auf die Informationen zugreifen. Entscheidender Vorteil der Harmonisierung des Dokumentationsprozesses ist die vollautomatisierte Bereitstellung der Daten und Dokumente für verschiedene Systeme ohne Benutzer eingriff.

Kritische Erfolgsfaktoren

Voraussetzung für den Projekterfolg ist ein gestiegener Anspruch an die Engineering-Qualität. Das bedeutet durchaus auch, dass der Aufwand im Engineering durch einen höheren Detaillierungsgrad steigt. Wiederum entfallen in der Phase der Dokumentation zeitaufwändige Recherchen nach dem aktuellen Stand. Insgesamt wird viel Zeit eingespart, da dem Engineering nachgelagerte Bereiche wie die Dokumentation, Inbetriebnahme, der Ersatzteilverkauf oder der Service davon profitieren. Entscheidend ist die Betrachtung des Gesamtprozesses. Die Harmonisierung des Dokumentationsprozesses erfordert eine klare Definition der Schnittstellen und Verantwortlichkeiten.

In der aktuellen Ausgabe 03-2017 der Fachzeitschrift Process wird dieses Thema an einem Praxisbeispiel unseres Kunden Dürr Systems, weltweit führender Hersteller von Lackierstraßen, vorgestellt.

Process-Artikel-X-Visual-Duerr-03-2017